Geburtsbericht

Hallo meine Lieben

 

Ich bin wieder da... und nach über 13 Monaten komme ich erst jetzt mit meinem Geburtsbericht, genau! Ich hatte zwar bereits einmal eins auf Instagram gepostet, aber hier nie. Und da ich selbst sehr gerne solche Berichte lese, und ich jedes Mal wie ein kleines Mädchen weinen und schmunzeln muss (je nach dem wie es gelaufen ist), teile ich das jetzt gerne mit euch.

                                                                                                           Bild: www.engels-fotografie.ch

Mein ET war am 21. Januar 2016 gerechnet.

 

Am 16. Januar gab es ein Fehlalarm (muss wohl bei jeder Neumama so sein. Ich meine, wer weiss schon im Voraus wie sich Wehen anfühlen?!?). Ich hatte immer wieder Kontraktionen, die ich nicht als schlimm empfand, aber trotzdem regelmässig waren... Hab mich schon gefreut und gedacht "wow vielleicht bin ich halt so eine von denen, die den Schmerz nicht als so schlimm empfinden?! Dann hab ich so ein Glück?!" und wir fuhren in die Klinik. Tatsächlich war der Muttermund weich und ein Bisschen geöffnet (3cm), sie wollten dass ich dort bleibe aber es könne schon noch einen Tag dauern oder so... Ich entschied mich nach Hause zu fahren um zu schlafen und erholen und am nächsten Tag wäre es vielleicht dann so weit.

 

Denkste! Die Kontraktionen haben natüüüüürlich aufgehört. Und zum Glück bin ich nicht in der Klinik geblieben... Warum? Naja... das wäre noch ein langer Aufenthalt geworden... lies weiter!

 

Am ET Tag hat mich mein Mann ins Kino ausgeführt (ich wollte umbedingt noch den neuen italienischen Film von Checco Zalone gucken, der kam genau an meinem ET raus. Ich mag denken, dass der Prinz mir nur einen Gefallen getan hat und deshalb brav an der Wärme geblieben ist). Übrigens Prinz's Namen haben wir zwei Tagen vor Geburt definitiv entschieden. Auf das wollte er wohl auch noch warten! Wir waren auch vorbereitet, ihn zuerst zu sehen, und dann einen Namen zu geben. Ja, kein Stress damit. Warum auch? Der Name wird er für immer haben, dann soll es ja auch passend und sich richtig anfühlen, oder? Ich war da sehr locker. Ok, sagen wir mal, die ganze Schwangerschaft war ich ziemlich entspannt und ich habe sie in vollen Zügen genossen. Vielleicht hätte ich sogar noch ein Bisschen mehr. Ich war unglaublich gerne schwanger! 

 

Dan kam der 24. Januar abends... ich bekam stärkere Wehen, die immer mehr schmerzten, ich konnte sie aber gut veratmen. "Schatz ich glaub wir müssen jetzt wieder in die Klinik fahren!" es war ca. 23:00... Dort angekommen hiess es wieder "Muttermund weich und 3cm geöffnet". Ich konnte es nicht glauben! Liebe Gebärmutter warum arbeitest du so wild wenn da nix wird??? Ich könne bleiben oder nach Hause fahren und dort baden oder Tee trinken und vor allem schlafen. Zu Hause angekommen wurden die Schmerzen stärker, deshalb entschied ich mich direkt ins Bett zu gehen. Nix Baden! Nix Trinken! Ich will nur liegen!

 

Schlafen ging aber dann doch nicht mehr, die Schmerzen wurden so stark, ich hatte das Gefühl ich atme wie ein Marathonläufer, je lauter desto besser. Hab meinem Schatz gesagt, dass ich es nicht mehr aushalte, "sorry für das Hin und Her, aber diesmal bleibe ich in die Klinik und wenn es noch ein Monat geht bis Prinz rauskommt, ich kann nicht mehr!!!!"

 

 

  • Während der Fahrt zur Klinik hatte ich Wehen mit 1-2 Minuten Abstand und sie wurden immer stärker. Ca. um 03:00 war ich wieder im Geburtssaal auf diesem runden Bettchen und ich wurde wieder kontrolliert, immer noch 3cm. War mir aber echt egal, ich wollte nicht mehr nach Hause! Ich bleibe da! Ich versuchte zu entspannen, aber das war nicht soooo gut möglich... oder überhaupt nicht. Irgendwann fragt die Hebamme ob ich eine PDA wünsche... Da ich wusste, dass das noch lange dauert, wenn man den PDA-Typen ruft, habe ich schon mal ja gesagt. Dieser Typ war aber ziemlich schnell da (ca. um 05:30-06:00) und er erschien wie ein Engel in meinen Augen. So mit Engelsflügel, und ganz viel Licht, weisst du? Incognito als Arzt verkleidet... Er hat mich interviewt (gefühlt stundenlang, weil ich in den Schmerzen lag, aber was muss das muss) und ich musste ihn auch mehrmals bitten die Frage nochmal zu stellen, weil ich grad ne Wehe hatte. Irgendwann konnte er mir die PDA stechen (oder was auch immer) - war überhaupt nicht schlimm... ein kleines Picks und dann fühlte ich kalte Flüssigkeit im Körper.... Seltsam aber total in Ordnung!
  • So und jetzt: Links war alles schön betäubt, rechts spürte ich nur das Oberschlimmste nicht, aber ich spürte die Wehen immer noch sehr stark. Dank dieser PDA konnte ich kurz meine Augen schliessen und versuchen zu entspannen. Nach einer Stunde war Hebammen-Schichtwechsel.

Die neue Hebamme machte auch sofort per Du mit uns, und sie kam mir vor wie eine Freundin! "So, jetzt bin ich da, wir schaffen das, Teamarbeit, ich bin die Rosalie (Name wurde geändert), Valentina: du schaffst das!" Dann überprüfte sie trotzdem noch meinen Muttermund, obwohl die andere Hebamme ihr gesagt hat, dass es nur 3cm offen war vor einer Stunde. Diese Rosalie... hat wohl magische Kräfte, denn plötzlich sagt sie "ohhh 9cm offen, wow, wir können uns für die Geburt vorbereiten, es geht los!!"

 

Ich und mein Schatz (der eigentlich gemütlich am sitzen war und hoffte, dass nicht eine 4-Tagen-Geburt vor uns stand): "Was??? Moment, was??? jetzt??? so schnell?". Mittlerweile spürte ich fast nichts mehr, war entspannt aber trotzdem extrem aufgeregt... Die Hebamme, die Assistentin und die Frauenärztin waren nun alle da und erklärten mir, wie ich pressen sollte, wenn sie es mir sagen. Und pressen! Mein Schatz hat zur Unterstützung mitgepresst. :-) Ich wusste nicht mal, ob ich wirklich presste, ich tat einfach das, was sich korrekt anfühlte...

 

Erste Presswehe: "ah er hat ganz viele Haare!"

Zweite Presswehe: "Kopf ist draussen!"

Dritte Presswehe "uäääääää uäääääää uäääää"

 

Zeit: 07:54... OMG! Mein kleiner Prinz wurde fast sofort auf mich gelegt und er hörte sofort auf zu weinen... (nachdem Papa die Nabelschnur getrennt hatte). Er hatte solch offene neugierige Augen und guckte zu Papa und klammerte sich an mich wie ein Äffchen! Übrigens er war praktisch schon ganz sauber, was ich auch nicht erwartet hatte... Keine Käseschmiere nichts!? Und er duftete nach... Rosen? Danach wurde er frisch gemacht und angezogen und durfte wieder zu Mama und Papa... Sie ließen uns mehrere Stunden alleine, das war so schön!

 

Leider kam dann was nicht so Schönes, beim Nähen habe ich ganz viel Blut verloren (Zur Info: ich habe Talässemie, weniger Blut als "normal") meine FA war richtig sauer... Hab mich aber gut gefühlt (sehr wahrscheinlich dank der Adrenalin) und hab mir keine Sorgen gemacht, hab sie einfach arbeiten lassen. Stunden später wollten sie mich endlich ins Zimmer bringen und vorher aber abchecken ob ich auf die Toilette kann. Da ich die PDA noch intus hatte, haben mich die zwei Frauen geholfen und standen immer neben mir. Zum Glück! Als ich auf die Toilette sass hörte ich die Hebamme nervös sagen "nach oben gucken Valentina und tiiiiiiief atmen, tiiief atmen!!!" Hilfe!!!! Ich merkte irgendwas ist nicht mehr gut! Ich verliere die Kontrolle über mich. Hilfe!!! Und schwupps war ich weg, in einer Traumwelt.... hab alles Mögliche geträumt! Als ich wieder aufwachte, lag ich auf dem Boden in der Toilette und vor mir die Gesichter der Hebamme und der verängstigten Assistentin "alles gut Valentina, alles gut! Nix passiert, du bist nur kollabiert!" achso, nix passiert :-)  Ich hatte nun Angst aufzustehen. Ich wollte nur noch dort bleiben, bitte lasst mich hier liegen! :-) Und ich hab mir Sorgen gemacht um meinem Mann, der hat sicher nen Schock gekriegt! Und tatsächlich: ich hätte ganz ganz schlimm ausgesehen 😢

 

Irgendwie brachten sie mich dann endlich ins Zimmer, konnte aber 2 Tagen nicht alleine aufstehen wegen Kreislaufprobleme und sehr tiefem Blutdruck... Bekam noch Eiseninfusionen und wurde täglich kontrolliert.

 

Naja, trotz allem hab ich die Geburt sehr positiv in Erinnerung! Eigentlich eine wunderschöne Erinnerung, FAST keine Komplikationen, gesundes Baby... Mami und Papi auch wohlauf, nur extrem müde... aber auch extrem glücklich!

                                                                                                          Bild: www.engels-fotografie.ch

Ich bin UNENDLICH DANKBAR für meinem Mann. Er konnte nicht viel machen, aber er war da, er brachte mich zum lachen (und ich empfand es nicht als störend, hehe), er hielt meine Hand, er presste mit, und er schaute bei allem zu und erzählte mir was er sah, und er empfand es nicht als "unangenehm", was ich echt nicht erwartet hatte... 

 

Joa, das war's mit meinem Geburtsbericht. Wünscht ihr noch einen Wochenbett-Bericht? Oder sonst etwas, was der einen oder anderen helfen oder interessieren könnte? 

 

Danke fürs Zu-Lesen und bis bald wieder!

XOXO

Vali

 

P.S.1: Für Rechtschreibefehler übernehme ich keine Haftung. HarrHarr. That ist ein Emotions-Post und ich hab losgeschrieben, ohne wenn und aber. Wie eine italienische Schweizerin halt schreiben würde. Hoffe man versteht der/die/das/den/dem/dessen Text trotzdem.

P.S.2: Ich habe ein neues öffentliches Instagram-Profil: valichouchou

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Vanessa (Mittwoch, 01 März 2017 14:22)

    Meeeega spannend! Du bisch ja richtig tapfer xi und so wie du schriebsch isch es gar ned so schlimm hehe... Finds au schön, das du natürlich entbunde häsch. Ha dich mal wele fröge, aber ha mi ned getraut. Hehe...

    Ha au emal en Geburtsbericht online gstellt... Vonere Kollegin. Au ersti Geburt, ohni PDA.
    Haha rat emal vo was sie Wehe becho het? Genau, vom Döner esse! Haha ich und mini Kolleginne lebet für Döner hahahahaha...

    http://vvvvvvvvvv1992.blogspot.ch/2015/06/suads-geburtsbericht-teil-1.html

    http://vvvvvvvvvv1992.blogspot.ch/2015/06/suads-geburtsbericht-teil-2.html