Und plitsch und platsch - Meine Erfahrung und die nötige Ausstattung für den Babyschwimmen-Kurs

Ich hab erst sehr spät schwimmen gelernt. Sehr wahrscheinlich in der Pubertät, wenn man halt dazugehören will. Also "schwimmen" kann man es doch nicht wirklich nennen. Ich gehe auf jeden Fall nicht mehr runter wie ein Stein. Wenn ich mir Mühe gebe, kann ich wie ein Frosch schwimmen. Alles andere ist für mich nur Stress! Ach ja, in Rückenlage komme ich auch vorwärts... so schnell wie eine Schnecke auf rauem Asphalt. Mit 1000 Löchern. Also eine Autobahn in Süd-Italien eigentlich.

 

DAS ALLES, wollte ich meinen Sohn ersparen. Er sollte früh schwimmen lernen. Die Angst vor dem Wasser überwinden. Und schwudiwupps habe ich ein Wassermann auf die Welt gebracht. Vali, super, das hast du WORTWÖRTLICH genommen! Eh klar, wenn schon denn schon!!!

 

Zum Glück blieb es nicht nur beim Sternzeichen. Gioele hat das Baden immer geliebt. Er hat gezabbelt und gelacht, gespielt und sich auch entspannt... Das Baden wurde zu einem wunderschönen Abendritual. Ja, Abendritual, d.h. ich hab ihn vielmehr gebadet, als es nötig war. Was übrigens aber auch nicht geschadet hat. 

Tja, als es dann soweit war, dass er ins Babyschwimmen konnte, habe ich uns natürlich angemeldet. Schnuppern kann man nicht. Also entweder gehst du oder du gehst nicht. Zwei sind die Möglichkeiten. So meldest du dich brav an und hoffst einfach ganz fest, dass dein Baby das Baden in der riesigen Badewanne auch so toll findet wie zu Hause.

Erfahrung (evtl. ein Bisschen übertrieben)

Ohgott ohgott hab ich alles eingepackt? Schwimmwindeln, Badehose, Bikini, Badtuch,... und Baby? Das Baby nicht vergessen! 

 

Hier ist die Umkleidekabine. Soll ich jetzt zuerst mich umziehen oder doch erst das Baby? Ich war so "schlau" und hatte mein Bikini schon angezogen. So musste ich mich nur ausziehen. Das Baby wartet in der Zwischenzeit liegend vor dir, am Besten auf einer Matte (meistens sind Gymnastikmatten überall verteilt, genau um die Babies zu wickeln und so). Die meisten Babies sind ja im ersten Kurs so 6-7 Monaten jung und verschwinden nicht sofort, wenn man sie hinlegt. Aber manche können sich doch schon drehen. Und so hältst du dein Baby mit einem Fuss dort wo er bleiben soll oder drückst ihm irgend ein Spielzeug in die Hand. Denn du natürlich vergessen hast. Dann nimm die Taschentücher, die helfen immer! Einzige Gefahr: wenn du ready bist, wird der ganze Umkleideraum aussehen, als wäre es unter Schnee verschwunden. Ehmm ich meine unter Taschentücher. Fetzen. 

 

So jetzt kommt der Fisch, ääh das Baby an der Reihe. Du bist ja jetzt im Bikini oder Badeanzug. Hoffe du hast dich daran erinnert, eins zu wählen, der 100% hält. Also auch dann, wenn dein Baby plötzlich Lust hat die Milchbar zu öffnen oder so. Denn Mama, es gibt nicht nur Mamis in den Babyschwimm-Kurse! Nein! Da gibt's auch liebe Daddies. Denen es eh schon peinlich ist dahinzugehen und evtl. sogar die Garderobe mit Ladies und ihre bösen Blicken teilen zu müssen. Zum Glück ist das nicht überall so, und Daddies bekommen manchmal sogar eine separate Umkleidekabine. Yuhu. 

 

Wie gesagt, das BABY! Ausziehen. Er wird es sehr wahrscheinlich nicht so toll finden, denn plötzlich ist es ja kalt. Eine Schwimmwindel nehmen und diese anziehen. Achtung. Schwimmwindeln sind nicht gleich normale Windeln! Die haben so 'nen komischen Verschluss, da kannst du schon mal 5 Minuten rechnen, nur um die aufzukriegen. Als du endlich den Dreh hast und die Schwimmwindel angezogen ist, kannst du die Badehose anziehen. Dem Baby, meine ich. Den Schnuller lässt du lieber in der Garderobe. Ausser du willst im Schwimmbad dann tauchen und fischen gehen. Wäre ja kein Problem, aber du hast ja dein Baby in den Armen. Der noch nicht tauchen kann. Auch nicht schwimmen. Und übergeben, wem willst du es übergeben? Die haben schon alle selbst Babies in den Armen. Und die Kursleiterin ist eh besetzt - sie starrt die Uhr an, damit sie den überpünktlichen Start des Kurses nicht verpasst. Oder sie bereitet Schwimmflügeli und sonstige Accessoires vor.  

 

So, jetzt nimmst du das Baby und läufst richtig Schwimmbad. Und kannst wieder zurücklaufen, denn du hast vergessen zu duschen. Und deine Antirutschschuhen anzuziehen. Also erledige das noch. Ach duschen mit Baby im Arm, das ist übrigens auch so ne tolle Sache, vor allem wenn du nicht sofort die richtige Temperatur erwischt. Das eh nie passiert. Die Duschen sind von einem Clown gesteuert. Entweder eiskalt oder heiss. Das Baby weint mit dir. Ok, komm, Liebes, wir tun nur so als hätten wir geduscht ok? Sags einfach niemandem, ok? Hier ich mache dich ein Bisschen mit meiner Hand nass. Sodeli. Endlich ist es soweit, du läufst ins Schwimmbecken rein und... WOW, ist das angenehm warm? Das hätte ich jetzt nicht erwartet. So schön, ist ja fast wie Wellness? Ja gäll? Angenehm! Ausser das Baby, das sich an dich festklammert wie ein Krebs. Und die kurzen scharfen Nägeln, die tun weh! Autsch!

 

Wenn alle endlich da sind, sind die Mamis und Papis schon alle voll verschwitzt, merkt aber niemand, da wir ja alle im Wasser baden. Und im Schweiss. Yuheee. die Krebse, ääh die Babies mit grossen verängstigten Augen um sich betrachtend... Startet der Kurs. 

 

Merkt euch das: im ersten Kurs wird die Kursleiterin ein Paar Lieder vorsingen, und ihr tut so, als würdet ihr den Text auch kennen, und singt ganz schüchtern mit "ääähh ahh hejjj ouuu isssshhhhhh". Nach wenigen Kursen wirst du aber die Texte dann wirklich kennen und da..... da! Da wird es wöchentlich ein Schreikonzert von Mamis und Papis geben! Wohooo! Neue Boy- und Girlgroups entstehen so! 

 

Da wird also eine halbe Stunde lang gesungen, geplantscht, gespielt, undundund. Das Baby wird langsam ans Wasser gewöhnt. Es gibt in jeder Gruppe immer das eine Baby, das das ganze gar nicht toll findet. Das wird einfach die ganze halbe Stunde lang schreien. Wenn dein Baby gute Laune hat, kein Problem. Wenn dein Baby aber müde oder hungrig ist, oder auch einfach schlecht drauf. Dann wird dein Baby auch anfangen zu schreien. Und das dritte und das vierte auch. Und nach dem Kurs werden alle Mamis und Papis zu Migränetablette greifen und brauchen eine Woche Zwangsurlaub. In einem Kloster. Bei den Mönchen. Deshalb: immer schön mit einem zufriedenen Baby ins Babyschwimmen gehen. Ganz einfach, ich weiss!

 

Und ja, irgendwann mal wird das erste Tauchen soweit sein. Das möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten. Zuerst hält man das Baby nah an sich und zeigt ihm, wie man selbst taucht. Ich gäll? Ich und Tauchen. Ich kann nur tauchen, wenn ich meine Nase schliesse. Und ja die Augen auch. Das solltest du aber nicht. Du solltest ganz ruhig runter, so als wäre es das Normalste auf der Welt. Und ganz ruhig wieder rauf. Also versuche ich das, ich denke einfach "für meinen Sohn mach ich alles". Und gehe lachend runter und bin nach ein Paar Sekunden wieder da. Lachend. Eigentlich habe ich in diesen 3 Sekunden ein Liter Wasser getrunken, ein weiteres halbes Liter ist in meiner Nase rein und ich habe Brechreiz. Aber das zeige ich meinem Schätzchen doch nicht. Einfach so tun als wäre alles gut... sobald er nicht hinschaut und sich auf die anderen konzentriert, kotzt du einfach ganz unauffällig die 1.5 Liter Wasser raus. Gaaanz einfach! So und dann muss das Baby ja tauchen. Da wippst du ganz ruhig rauf und runter und irgendwann gehst du mit dem Baby nach unten. Ach ja warnen wäre noch gut, aber das Baby wird es zu 99% nicht verstehen. Trotzdem musst du das Baby warnen, das ist ein Muss, sagt die Kursleiterin. "Also auf drei tauchen wir Schatz gäll? Eins, zwei, drei" und runter. Du musst jetzt ganz ruhig bleiben. Denn dein Baby wird so wild strampeln wie noch nie... Du musst aber ruhig runter und wieder ruhig nach oben. Mit Baby!!! Nicht ruckartig. Dein Baby wird sehr wahrscheinlich dann husten, nach Luft schnappen, aber keine Angst, Babies können das, das Tauchen, das ist in der Natur und so. Aha! Okee... Ach und noch was, wenn das Baby wieder aus dem Wasser ist, dann ist ein Muss, dass alle Mamis und Daddies klatschen und "Bravo" schreien müssen. Beifall. Für das Baby, nicht für den Elternteil. Das Baby lenkt sich sofort ab und findet es dann doch toll. Das komische Zeug, was er hier jetzt erlebt hat. Die nächsten Male werden nicht mehr so schlimm sein. Ich tauche mittlerweile mit Gioele nur wenn er ganz gut gelaunt ist. Er versteht mich jetzt auch, und wenn ich ihn frage, sagt er ja oder nein. Okey, manchmal sagt er auch nein und er meint gar nicht nein, aber, er versteht mich auf jeden Fall schon besser als früher ;-) Da gab's echt ein Paar Erfolge, da hat er auch manchmal nicht husten müssen, hat nur ganz wild gezabbelt... aber dann doch ganz entspannt weitergemacht. 

 

Zum Schluss wird natürlich wieder gesungen und dann verabschieden wir uns alle ins schlimmste Alptraum (ja, das steht einem noch bevor). Die Garderobe DANACH! In der Umkleidekabine musst du einfach so organisiert sein wie möglich. Du musst das Baby trocknen, dich trocknen, beide umziehen, beide die Haare föhnen (ja, wenn du Südländer bist hast du ein Baby mit Perrücke!!!), das mit diesen seltsamen Garderoben-Föns so lange dauert, dass deine Haare -während du die von deinem Baby föhnst- an der Luft getrocknet sind. Auch im Winter. Diese Haartrockner föhnen nicht, die seuzfen nur. Das Ganze geht mit einem kleinen Baby eigentlich ganz gut. Wenn dein Baby danach müde und hungrig ist, kannst ihm sogar eine Flasche Milch geben und dich in Ruhe anziehen. Aber wenn das Baby dann später zu einem Kleinkind wird... dann... dann hast du Pech. Dann wird das richtiges Sport! Aber keine Angst, du schaffst das! Ich glaube an dir! Und hej, für unsere Babies und Kindern tun wir doch alles! 

Fazit

Beim Babyschwimmen geht es eigentlich nicht wirklich um das Schwimmen lernen, sondern eher darum, dass das Baby sich ans Wasser gewöhnt, und so dann später auch schneller schwimmen lernt und keine Angst davor hat. Was ich eben immer als Kind hatte. Es ist wirklich ein tolles Training, oben habe ich selbstverständlich ein Bisschen übertrieben, um das Ganze lustiger zu gestalten ;-) Aber ich bin überzeugt von den Babschwimm-Kurse. Trotz dem Stress für die Vorbereitung und die Zeit danach, Gioele ist einfach so glücklich, wenn wir schwimmen gehen. Seine Freude ans Wasser, das ist es einfach Wert! Wenn dein Baby lacht und quietscht wenn er den Schwimmbecken schon nur von Weitem sieht, das ist das schönste Geschenk einfach! Zudem werden die Babies und Kinder durch die ganzen Bewegungen im Wasser richtig müde, so, dass sie meistens dann sehr gut schlafen.

 

Es macht einfach Spass, nicht nur den Babies, auch den Eltern. Wirklich ;-) Und man hat viel Zeit für Bonding, die man sich vielleicht sonst zu wenig nimmt. Uuuund es entstehen manchmal sogar tolle Freundschaften :-)

 

Um dir den Vorbereitungsstress zu ersparen, habe ich dir jetzt noch eine Liste erstellt. Mit dieser Ausstattung bist du 100% ready und für jede Gelegenheit gewappnet!

Ausstattung

  • 2 Schwimmwindeln. Ich habe immer mehrere mitgenommen, aber zwei müssen es sein. Gebraucht habe ich immer nur eine, aber man weiss ja nie! Wir müssen immer ready sein für einen "Notfall". Schwimmwindeln findest du ein Bisschen überall, bei Müller, Coop, Migros, Lidl oder sogar online.
  • Bikini, Badeanzug, Badehose wasauchimmer für dich (ich würde es schon zu Hause anziehen, spart Zeit! Dann aber bitte trockene, frische Unterwäsche nicht vergessen mitzunehmen!)
  • Badelatschen - hatte ich lange nicht, sind aber sehr sehr hilfreich und einfach sicherer!!! Wenn das Baby dann später laufen kann, gibt es spezielle Antirutsch-Wassersöckchen oder Antirutsch-Wasserschuhen für ihn. Bis heute habe ich sie nicht benutzt aber beim nächsten Kurs im Oktober werde ich die Wasserschuhe von Gioele mitnehmen! Ich habe unsere gestreiften, die man auch auf den letzten Ferienfotos sieht bei H&M gefunden.
  • Dusch und eventuell Shampoo. Am besten ein 2-1-Dusch, und schon musst du weniger Zeugs mitschleppen. Ich benutze für mich selbst beim Babschwimmen sogar den, den ich für Gioele habe, denn so spare ich auch wieder Kraft. Da gibt's von Hipp, Nivea, Frais Monde und noch vieles mehr.
  • Handtuch für dich
  • Für das Baby/Kind benutze ich kein Handtuch sondern ein Bade-Poncho. So kann man das Baby sofort nachdem man aus dem Schwimmbecken raus ist "anziehen" und es friert nicht. Denn danach wird es KALT! Und deshalb musst du dich unbedingt zuerst um das Baby kümmern, finde ich. Du kannst ja problemlos frieren, tut der Durchblutung gut :-P Babies sind sensibler! Badeponchos findest du auch mittlerweile an vielen Orten. Falls du aber was richtig schönes willst - und nicht diese kitschigen knalligfarbigen oder diese mit Elsa und Family Ponchos möchtest - dann habe ich bei meinem geliebten Shop Baby-Walz schöne, personalisierbare Badeponchos gefunden, die man mit dem Namen besticken lassen kann. Ist das nicht eine tolle Idee??? Vali findet JA! In den Warenkorb hinzufügen! Bestellen! Yesss!
  • evtl. Wickelunterlage
  • Falls du noch stillst, Stilleinlagen nicht vergessen.
  • Frische Windeln und Feuchttücher
  • Klamotten für's Baby und für dich.
  • evtl. Spielzeug. Etwas Kleines!
  • Deo
  • Haarbürste
  • Etwas zu trinken und evtl. noch Snacks für dich und für's Baby!
  • Schlüssel, Handy, Portemonnaie

Und jetzt, alle zusammen schreien, ääh singen wir:

Und plitsch und platsch alleiiiinii, due zabble mit de Beiiinli

Und plitsch und platsch no einisch, due zabble mit de Ärmli

Und plitsch und platsch ad Wärmi, wöu s'Wasser früsch und fein isch

Und plitsch und platsch as Büchli, de chumi mit em Tüechliiii

 

Habt's gut liebe Fischli!

 

XOXO

Vali

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Kommentare: 1
  • #1

    Tammy (Montag, 09 Oktober 2017 14:51)

    Wir haben in unserer Stadt bisher drei Versuche unternommen zum Babyschwimmen zu gehen. Und ganze drei Mal gab es nur Geschrei! Unser Sohn fühlte sich wohl einfach nicht wohl, obwohl er mit dem Baden sonst nie Probleme hatte. Das hat dann erstmal dazu geführt, dass wir das Babyschwimmen aufgegeben haben. Ein paar Wochen später im Südtirolurlaub im Familienhotel Feldhof klappte es dann plötzlich! So großen Spaß hatte er sonst nicht mal beim Baden! Vielleicht war er auch einfach noch zu klein und konnte sich erst mit knapp 6 Monaten für das kalte, nasse Etwas erwärmen. ;)