Too Much Information - Warum ich besser lebe, seit ich keine Nachrichten mehr lese oder schaue

Was, Vali??? Im Ernst jetzt? Du liest keine Zeitungen? Du hast keine Informations-App? Du schaust keine Tagesschau? Wie informierst du dich eigentlich? Du musst doch up to date sein! Du musst doch informiert sein! Wie kannst du so wissenslos leben?

Stop, stop, stop. Pause. Ich erkläre gleich alles. Es ist nicht so krass wie sich das anhört. Und nein, vielleicht ist es auch nicht für alle, so ein Lebensstil. Aber ich möchte es mit euch teilen, weil es MIR hilft, mich besser zu fühlen. Positiver zu leben.

 

Aber fangen wir von Anfang an...

Vor meiner Verwandlung (mittlerweile wisst ihr ja was ich meine oder? Sonst bitte unter der Kategorie "Positivity" nachschauen) war ich eine der informiertesten Person hier im Lande. Nein, ok, nicht gerade so übertrieben, aber z.B. fuhr ich jeden Tag Zug und war süchtig nach diesen Zeitschriften, die man an Bahnhöfen kostenlos erhält. Voller Informationen. Voller wichtigen Informationen. 

 

Der andere ist fremd-gegangen. Die andere wurde betrogen. Der Schauspieler ist erkrankt. Und wieder ein Mann, der seine Ex getötet hat, weil sie nicht mehr mit ihm sein wollte. Wieder ein Autounfall mit Verletzten und Toten. Die Polizei warnt wieder vor Hauseinbrüchen. Und dort gab es wieder einen Raubüberfall. Und da ist ein Flugzeug abgestürzt. Wieder das Model, was an ihrer Essstörung leider verstorben ist. Wieder das kleine Mädchen, was verschwunden ist. Wieder Serienmörder. Und alles ganz genau im Detail. So im Detail wie möglich - manchmal auch noch tragisch übertrieben und detailliert, damit noch mehr Menschen lesen. Damit man noch mehr Erfolg hat. Denn leider zieht das. Ungerechtes zieht u.a. auch.

 

Wie viele Male sass ich im Zug, mit Tränen in den Augen und einen richtigen Klotz im Hals. Wie viele Male hätte ich einfach weinen können, vor allen. Wie viele Male kam ich im Büro bereits mit einem sehr traurigen Gesichtsausdruck rein. Oder musste kurz auf die Toilette, damit ich es rauslassen konnte. Wie viele Male habe ich getrauert. Oder ich bekam diese Angst. Diese Panik, dass es auch meinen liebsten Menschen passieren könnten. Ich würde sie lieber alle auf dem Mond fliegen lassen, dort wären sie wenigstens sicher. Alle zusammen! Wie viele Male konnte ich abends immer noch nicht abschalten, und dachte an die Frau, an das Mädchen, an das Model, an die Toten und Verletzten. Oder nächtelang an die grausamen Details, die ich eigentlich nicht wissen wollte. Oder wie viele Male fing ich an, in meinen Augen "komische" Menschen zu beobachten und von ihnen Angst zu haben. Oder wie viele Male hatte ich Angst alleine nach Hause zu laufen. Oder in einem Zug einzusteigen. Oder in einem Einkaufszentrum zu shoppen. Ängstlich. Traurig. Wütend. Und so unglaublich machtlos. Ich fühlte mich SO UNGLAUBLICH machtlos. 

 

Was konnte ich aber auch daran ändern? Leider nichts. Die Welt ist so. Sie war immer "auch" so. Unfair. Wir Menschen sind nicht perfekt. Wir Menschen sündigen. Und niemand kann die ganze Welt unter Kontrolle halten. Niemand kann sie von einem Tag auf den anderen "reparieren". 

 

Ich fragte mich also, kann ich wirklich nichts unternehmen? Auch etwas Kleines? Winziges? Egal was? Ausser mich in einem Schmetterling zu verwandeln und wegzufliegen? 

 

Mir wurde klar, ich musste und konnte nur bei einer Person etwas verändern. Eine einzige Person auf dieser vollen Welt, kann ich steuern. Kann ich verändern. Kann ich zu was Positivem mutieren. Ich kann sonst keine anderen Menschen verändern, nicht mal mein Kind! Kein Körper und kein Mensch gehört mir. Aber es gibt sie, die eine und einzige Person, die ich verändern kann. Diese bin ich. Oder wie Michael Jackson auch sagt: 

I'm starting with the (wo)man in the mirror

Es ist nicht einfach, ein Mensch zu verändern. Nicht mal sich selbst. Aber man kann die "Veränderung" mit Kleinigkeiten unterstützen. Man muss ja irgendwo STARTEN!

 

Eine meiner vielen Aktionen war: ich habe angefangen mich von manchen Tätigkeiten zu trennen oder zu entfernen.

 

Ich habe aufgelistet, was mich ängstlich macht. Was mich traurig macht. Was mich machtlos fühlen lässt. Und all diese Tätigkeiten habe ich dann überprüft und hinterfragt. Brauche ich die wirklich? Warum habe ich das Gefühl, dass ich diese brauche? Habe ich Angst davor, was die anderen denken? Habe ich Angst davor, etwas zu verpassen? 

 

Und so sagte ich u.a. einer Tätigkeit Adieu und auf Nimmerwidersehen! ICH HAB DEN MEDIEN (Achtung: nicht allen, ich spreche hier von den täglichen Nachrichten) SHUT UP gesagt. 

Oh, please, shhh... SHUT UP!!!!!

Ich habe mich von einem Tag auf den anderen entschieden, selber zu entscheiden. ICH entscheide und nicht mehr die Medien. ICH entscheide, was ich wissen will und nicht Unbekannte füllen mich mit (meistens ausschliesslich) negativen, nervigen oder traurigen Informationen voll. ICH ENTSCHEIDE! 

Und wie bleibst du dann doch up to date?

Meine Lieben, die ganz "grossen" und sagen wir mal "wichtigen" Infos, die kommen zu einem, früher oder später! Ob's der Partner ist (ausser er lebt auch so), oder der Arbeitskollege oder auch die Freundin. Oder eine Eilmeldung, diese bekommt man einfach mit. Glaub es mir! Ich habe in den vielen Jahren nichts verpasst, was ich nicht verpassen hätte sollen. 

 

Und wenn es doch Informationen sind, die ich nicht hören will, dann sage ich auch der Freundin, dem Arbeitskollege oder werauchimmer "danke dir vielmals, aber ich will keine Details mehr dazu. Aber danke für die Info". 

 

Und dann? Dann hole ich mir die guten Infos einfach. Ich bin sehr aktiv auf Social Medias. Klar sind viele auch überhaupt keine "wichtigen" Informationen, aber es sind gute, positive Sachen. Kleinigkeiten, die mich in einer guten Welt glauben lassen. Dank diesen positiven und vielleicht unwichtigen Infos, glaube ich immer noch an das Gute in der Welt. So bleibe ich fokussiert auf das Gute.

 

Die Frau die sich bei allen bedankt und ganz viel Liebe verbreitet. Der Mann der keine Armen und keine Beinen hat und doch als Super-Motivator von x-tausenden Menschen ist. Die Tochter die eine Liebeserklärung der Mama schreibt. Der Junge, der einer alten Dame die Tür offen hält. Das Projekt, was viele Menschen helfen soll. Die berühmte Sängerin, die ihre Fans zu Hause überrascht, einfach so. Die Band, die eine Hochzeit crashen und ein Privat-Konzert veranstalten. Der Obdachlose, dem einen Job "geschenkt" wird von einem lieben Menschen.

 

Mir geht es unglaublich besser heute. Im TV switche ich lieber (alleine) zu Shopping Queen, King of Queens & Co. oder (mit Gioele) zu Peppa Pig, PJ Masks und Mickey Mouse ;)

 

Ich geniesse lieber die Zeit mit meinem Kleinen als mich mit negativen Informationen (von denen ich nie sicher sein kann, dass sie der Wahrheit entsprechen) den Kopf zu füllen. Spiele mit ihm. Geniesse das Leben. Bin dankbar für alles, auch die winzigen Kleinigkeiten, die man normalerweise als selbstverständlich betrachtet. Das ich eine Nase habe zum Atmen. Dass ich zwei Augen habe zum Gucken. Dass ich einen Mund habe zum Sprechen und Essen und Trinken und Küssen.... und so weiter und so fort. Und ich schenke meinen Mitmenschen vielleicht sogar ein Lächeln mehr... oder zahle dem Kunden hinter mir einen Kaffee. Oder wünsche einen besonders wunderschönen Tag der Frau hinter dem Postschalter. Und schaue ihr dabei direkt in den Augen. Oder umarme die Freundin, die schon lange nicht umarmt worden ist. Oder mache der Kassiererin ein Kompliment. Ich teile Positives. Ich kann jetzt das, denn ich laufe nicht traurig und angeschlagen rum.

 

Und wenn ich doch ein Paar Infos will, dann hole ich mir sie. Die guten Infos. Die sind nämlich auch überall, aber leider nicht auf der ersten Seite einer Zeitschrift. Ausser der WM oder EM Meister wird gekürt. Yeah.... NOT! :)

So, entschuldigt meinen Roman. Ich hoffe ich konnte meine Sicht der Sache gut rüberbringen.

 

Wie macht ihr das eigentlich? Oder könnt ihr euch gut schützen vor solchen Nachrichten, auch wenn ihr sie "sucht"? Und seid ihr sicher, dass ihr euch davon schützen könnt? Dass sie keinen Einfluss auf euch haben?

 

XOXO

Vali

Und jetzt lasse ich noch kurz Michael sprechen....

I'm starting with the man in the mirror
I'm asking him to change his ways
And no message could have been any clearer
If you want to make the world a better place
Take a look at yourself, and then make a change

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Kommentare: 4
  • #1

    Fabi (Mittwoch, 14 März 2018 13:13)

    Toll!!❤

  • #2

    Kayashionista (Mittwoch, 14 März 2018 13:23)

    Oh Vali du schreibst/sprichst mir aus der Seele. Habe auch vor 3 Jahren dami aufgehört und bin viel positiver seither auch trenne ich mich von Mitmenschen, welche mich herunterziehen. Danke für den tollen Beitrag.

    Liebe Grüsse
    Tea

  • #3

    Giuli (Mittwoch, 14 März 2018 14:37)

    Super schön geschrieben ����

  • #4

    Denise (Freitag, 01 Juni 2018 10:52)

    Wow. Deine Worte inspirieren mich grad noch etwas mehr zu filtern, was ich wissen will und was nicht.
    Du bist eine wundervolle Frau.
    Happy Weekend für dich.
    Herzlichst Denise